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Allgemeines

Informationsbroschüre (PDF) Trau Dich!

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Beziehungen bedürfen der Pflege

Die Beratungsstellen der Kirchen sind immer für Sie da!

Manchmal tut die Liebe weh. Denn Beziehungen sind zerbrechlich. Partnerschaften, die scheitern, führen das immer wieder vor Augen.

Das Eheversprechen im Gottesdienst ist keine Garantie für ein problemloses Zusammenleben. Aber in ihm steckt die Verheissung: Es kann gelingen, auch Krisen und schmerzhafte Erfahrungen gemeinsam zu bewältigen. Denn das Versprechen Gottes, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, gilt für gute und für schlechte Tage.

Es ist wichtig, dass ein Paar seine Beziehung pflegt und die gemeinsame Zeit bewusst gestaltet. Die Kirchen bieten dazu Anregungen unter  www.paarimpuls.ch und in ihren Beratungsstellen. Zudem sind die Seelsorgerinnen und Seelsorger gerne bereit, Ratsuchende in schwierigen Situationen zu begleiten.

Häufige Fragen zur kirchlichen Heirat

(Antworten in kursiver Schrift beziehen sich auf die römisch-katholische Tradition)

 Mein Partner ist katholisch, wir möchten aber reformiert heiraten – geht das?

Ja. Kirchenrechtliche Voraussetzung für die reformierte Trauung ist, dass die Braut oder der Bräutigam der reformierten Kirche angehören.

Wenn Sie ebenfalls katholisch sind, ist es kirchenrechtlich nicht möglich, reformiert zu heiraten. Wenn zwei Katholiken in der Kirche heiraten wollen, wird keine Formdispens erteilt, um vor einem ref. Seelsorger den Bund der Ehe zu schliessen.

Wenn Sie selbst reformiert sind, ist dies grundsätzlich möglich. Der zuständige Wohnpfarrer des katholischen Partners führt ein Ehegespräch, klärt die Situation ab und wenn die Trauung möglich ist, füllt er die notwendigen Formulare aus.

Mein Partner ist reformiert, wir möchten aber katholisch heiraten – geht das?

Grundsätzlich ist dies möglich. Der zuständige Wohnpfarrer des katholischen Partners führt ein Ehegespräch, klärt die Situation ab und wenn der kirchlichen Trauung nichts im Wege steht, füllt er die notwendigen Formulare aus.

Was ist eine ökumenische Trauung?

Ein reformierter Pfarrer gestaltet den Gottesdienst zusammen mit einer von der katholischen Kirche autorisierten Person.

Genau genommen gibt es keine ökumenischen Trauungen. Was mit diesem Begriff gemeint ist, sind ökumenische Gottesdienste, in denen eine Trauung stattfindet und sowohl der reformierte als auch der katholische Seelsorger mitwirken. Allerdings kann nur entweder der reformierte (nach vorgängiger Formdispens) oder der katholische Seelsorger das Ja-Wort entgegennehmen. Dies entscheidet letztlich darüber, ob es sich dann – ganz genau genommen – um eine reformierte oder eine katholische Trauung handelt.

Wir wohnen in A., möchten aber in Z. heiraten – müssen wir den Pfarrer selber suchen?

Die Landeskirchen empfehlen, sich in der Kirche des Wohnortes vom Ortspfarrer trauen zu lassen. Wer das nicht kann oder will, muss sich zu einem möglichst frühen Zeitpunkt überlegen, welche Pfarrerin die Trauung gestalten soll. Der Ortspfarrer ist bei der Suche behilflich.

Die zukünftigen Ehepartner führen das Ehegespräch mit dem Pfarrer in A und mit diesem können Sie Ihr Anliegen besprechen.

Den Priester, der die Trauung vornehmen soll, kann das Brautpaar in der Regel selbst wählen; ebenso die Kirche, in der die Trauung stattfinden soll. Verpflichtet ist dazu allerdings nur der Pfarrer in der Pfarrkirche der Wohnortspfarrei.

Dürfen wir uns in einer Waldlichtung (auf dem Jungfraujoch, hinter einer keltischen Kultstätte etc.) kirchlich trauen lassen?

Die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst und hat als solcher in einer Kirche oder in kirchlichen Räumen stattzufinden. Ausnahmen sind grundsätzlich möglich (es spricht nichts dagegen, sich im Saal eines Restaurants oder eines Tagungszentrums trauen zu lassen); unverzichtbar für die Wahl des Ortes jedoch ist, dass die Würde des Anlasses gewährleistet werden kann.

Die Trauung findet im Normalfall in einer kath. Kirche oder Kapelle statt. Andere Orte wie z.B. im Freien, auf Schiffen usw. sind prinzipiell für eine religiöse Feier nicht angebracht. In begründeten Ausnahmefällen kann das Ordinariat um Erlaubnis angefragt werden.

Wie viel kostet eine kirchliche Trauung?

Die Ortspfarrerin gestaltet den Hochzeitsgottesdienst im Rahmen ihrer Anstellung als Gemeindepfarrerin, daraus entstehen für das Brautpaar keine Kosten. Bei einer Trauung, die nicht am Wohnort des Brautpaares stattfindet, werden dem Brautpaar gelegentlich die Kosten für die Benützung der Infrastruktur in Rechnung gestellt. Der Kirchenrat des Kantons Zürich lehnt eine solche Praxis ab.

Wenn Sie in der Pfarrei Ihres Wohnortes heiraten, stehen Ihnen die Kirche, ein Organist, ein Sakristan und der Priester oder Diakon zur Verfügung. Falls Sie auswärts heiraten, kann es sein, dass für die

Kirche eine Miete bezahlt werden und der Organist, der Sakristan, ev. auch der Priester oder Diakon entlöhnt werden müssen.

Darf der Patenonkel der Braut im Gottesdienst ein Gedicht vortragen?

Ja. Der Hochzeitsgottesdienst soll unverwechselbar sein und sowohl Erfahrungen, Lebensbezüge und Wünsche des Brautpaares reflektieren wie auch die befreiende Botschaft des Evangeliums zur Sprache bringen.

Müssen wir zuvor auf dem Standesamt heiraten?

Ja. Die kirchliche Trauung darf erst nach der Ziviltrauung stattfinden.

Dürfen im Gottesdienst auch moderne Lieder gesungen werden?

Ja. Musik und Lieder müssen dem Rahmen eines Gottesdienstes entsprechen und stilistisch einheitlich sein.

Die Lieder, die im Trauungsgottesdienst gesungen werden, sollen einen Bezug zu dieser besonderen Feier haben und der Gottesdienstgemeinschaft bekannt sein, damit sie mitsingen kann. Wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, steht der Wahl von modernen Liedern nichts im Wege.

Uns liegt die Bibel nicht sehr am Herzen; können Sie stattdessen ein Gedicht von Hermann Hesse (Erich Fried, Khalil Gibran etc.) vorlesen?

Die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, die Lesung biblischer Texte stellt einen unverzichtbaren Teil desselben dar. Diese jedoch werden in Beziehung gebracht zu den Erfahrungen und Lebensbezügen des Brautpaares. Deshalb ist es möglich, dass sowohl biblische wie auch literarische Texte im Gottesdienst zur Sprache kommen.

Ein Gedicht oder auch ein  passender Prosatext kann in einem Trauungsgottesdienst durchaus seinen Platz haben. Da es sich jedoch bei einer kirchlichen Trauung um eine christliche Feier handelt und der christliche Glauben sein erstes Fundament in der Bibel hat, ist ein Text aus der Heiligen Schrift wesentlicher Bestandteil der Feier. Es kann übrigens sehr spannend sein, gemeinsam als Paar und vielleicht mit dem Priester zusammen einen Bibeltext auszusuchen und sich damit auseinanderzusetzen. Die Bibel ist immer einmal wieder für Überraschungen gut!

Dürfen wir Ringe tauschen?

Ja. Der Ringtausch gehört freilich nicht wirklich zur reformierten Tradition; maßgebend für die reformierte Trauung ist das Versprechen der Brautleute.

Muss man immer noch schwören, „bis dass der Tod euch scheidet!“?

Zur kirchlichen Trauung gehört kein Schwur, sondern ein Versprechen. Das Brautpaar bespricht und berät den Inhalt des Versprechens gemeinsam und diskutiert ihn mit der Pfarrerin.

Diese Formel ist im Trauritus nach wie vor vorgesehen. Allerdings handelt es sich nicht um einen Schwur, sondern um ein Versprechen, das durchaus sinnvoll ist, denn ein Paar geht bei der kirchlichen Trauung ja davon aus, dass es ein Leben lang zusammen bleiben wird.

Darf eine Christin einen Muslim heiraten?

Ja. Kirchenrechtliche Voraussetzung für die Trauung ist, dass – in diesem Fall – die Braut der reformierten Kirche angehört. Bei binationalen Partnerschaften ist wichtig, dass sich die Brautleute rechtzeitig über die Gepflogenheiten und Erwartungen in Sachen Partnerschaft der jeweils anderen Kultur kundig machen.

Trauungen über die Grenzen des Bekenntnisses und sogar der Religion hinaus sind mit einer besonderen Erlaubnis möglich. Eine Ehe mit einem nichtkatholischen Christen kann der zuständige Pfarrer erlauben (Dispens für Konfessionsverschiedenheit). Für die Erlaubnis zur Ehe mit einem Nichtgetauften ist der Generalvikar zuständig (Dispens für Religionsverschiedenheit).

Meine Partnerin ist zur Kirche ausgetreten und ich bin katholisch, wir möchten uns dennoch von einer reformierten Pfarrerin trauen lassen. Ist das möglich?

Nein. Formale Voraussetzung für die reformierte Trauung ist, dass die Braut oder der Bräutigam der reformierten Kirche angehören. Es stellt sich zudem die inhaltliche Frage, ob es sinnvoll ist, die Dienstleistungen einer Organisation in Anspruch nehmen zu wollen, zu welcher die Beteiligten keinerlei Beziehungen unterhalten.

In diesem Fall ist allein der katholische Partner massgeblich. Daher ist es nicht möglich, reformiert zu heiraten. Es ist zudem wenig sinnvoll, die Dienstleistung einer kirchlichen Gemeinschaft zu beanspruchen, zu der man offiziell nicht gehören will.

Ich bin geschieden und mein Partner ist verwitwet – dürfen wir dennoch kirchlich heiraten?

Ja.

Was macht die Kirche, wenn wir als Geschiedene heiraten wollen? Ich bin geschieden und mein Partner ist verwitwet – dürfen wir dennoch kirchlich heiraten?

Bei Geschiedenen sind zusätzliche Abklärungen nötig, um festzustellen, ob eine kirchliche Heirat möglich ist.

Ist eine Ehe gescheitert, so ist es unter Umständen angebracht, sie durch ein kirchliches Gericht prüfen zu lassen. Sollte sich nämlich herausstellen, dass sie von Anfang an mit schweren Mängeln behaftet war, kann sie durch ein kirchliches Gericht für ungültig (nichtig) erklärt werden. Dabei wird also nicht ein bestehendes Eheband geschieden und gelöst, sondern lediglich festgestellt, dass ein Eheband gar nie zustande gekommen ist. Wenn die frühere Ehe sich als nichtig erwiesen hat, ist auch für Geschiedene eine kirchliche Trauung möglich. Wenn die Ehe allerdings gültig war, ist eine kirchliche Trauung nicht möglich.

Warum eigentlich muss man kirchlich heiraten?! Es reicht doch, wenn man sich liebt!

Die kirchliche Trauung gibt dem Glück und der Freude des Brautpaares im Rahmen eines Gottesdienstes öffentlich Raum. Sie weiß um die Zerbrechlichkeit von Beziehungen und bittet um den Segen und die Begleitung Gottes.

Niemand muss in der Kirche heiraten. Im Gegenteil – die kirchliche Heirat muss eine freie Entscheidung sein! Es reicht, wenn man sich liebt. Allerdings wissen wir alle aus Erfahrung, dass sich eine Liebesbeziehung im Laufe der Zeit auch verändert. Sich zu lieben bedeutet nicht, dass ab sofort das Leben nur noch aus Glück besteht; sich zu lieben bedeutet auch, dass möglicherweise viel Schmerzliches ertragen werden muss. Gerade auch in solchen Situationen kann es hilfreich sein, sich als Paar von einer Gemeinschaft getragen zu wissen. Eine andere Motivation besteht darin, das Geschenk dieser einmaligen Beziehung vor Gott, der Quelle aller Liebe zu bekräftigen und ihn zum Dritten im Bunde zu machen. Es ist sinnvoll, dieses Zeichen zu setzen und den Bund des Lebens dem Segen Gottes anzuvertrauen.

Müssen wir Kinder wollen, um kirchlich heiraten zu dürfen?

Nein.

Was ist der Unterschied zwischen einer Pfarrerin / einem Priester und einem Ritualberater / einer Ritualberaterin?

Die Pfarrerin ist der reformierten Tradition verpflichtet und darin frei. Ihre Aus- und Weiterbildung entspricht akademischen und landeskirchlichen Standards. Der Ritualberater ist abhängig von den Wünschen seiner Kundschaft; eine angemessene Aus- und Weiterbildung kann nicht zwingend vorausgesetzt werden. Seine Handlung wird von den Landeskirchen nicht anerkannt.

Ein Priester ist ein Amtsträger der Katholischen Kirche; er handelt – auch bei einer Trauung – in Übereinstimmung mit einer weltweiten Gemeinschaft und  jahrhundertealten Tradition; sein Handeln ist aufgrund seines kirchlichen Auftrags verbindlich. Ein Ritualberater ist freischaffend ohne Rückbindung an eine kirchliche Gemeinschaft, ihr weder verpflichtet noch von ihr anerkannt, auch wenn er christliche Symbole verwendet.

Müssen wir uns vor der Hochzeit einer Gewissensprüfung unterziehen?

Nein. Es ist jedoch sinnvoll und hilfreich, wenn sich die Brautleute vor der Hochzeit über Themen der Partnerschaft (Treue, Freiheit, Kinder etc.) unterhalten und verständigen.

Ein Ehevorbereitungskurs ist Voraussetzung für eine kirchliche Trauung. Die Trauung ist ein Sakrament, ein heiliges Zeichen. Wenn dieses bewusst gefeiert werden soll, muss man es auch verstehen. Daher ist eine Vorbereitung darauf wichtig. Damit wirklich eine freie Entscheidung für die Ehe möglich ist, soll das Paar dabei auch „sein Gewissen prüfen“, d. h. es soll sich ganz ernsthaft fragen, ob es wirklich heiraten will.

Was ist der Unterschied zwischen einer katholischen und einer reformierten Trauung?

Die kirchliche Trauung ist keine Zeichenhandlung, welche von Jesus selbst eingesetzt wurde. Sie gehört deshalb nach reformiertem Verständnis nicht zu den Sakramenten.

Das gegenseitige Ja-Wort bei einer katholischen Trauung ist endgültig und verbindlich wie das Ja Gottes zu diesem Paar; deshalb ist die Ehe nach katholischem Verständnis unauflöslich.

Gibt es auch für gleichgeschlechtliche Paare Gottesdienste?
Ja. Die reformierte Kirche bietet gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit an, die Partnerschaft in einem Gottesdienst segnen zu lassen. Das Vorgehen ist soweit gleich wie für heterosexuelle Paare, die rechtliche Verbindung zur zivilstandamtlichen Eintragung ist hingegen nicht vorgesehen.

Die kirchliche Trauung ist als Sakrament nur für die Lebensgemeinschaft von Mann und Frau vorgesehen.

Ich kann mit der Kirche nicht viel anfangen, meiner Partnerin aber liegt der Glaube und so am Herzen. Was sollen wir tun?

Miteinander reden. In der kirchlichen Trauung bitten die Brautleute zusammen mit Angehörigen und Freunden um den Segen Gottes. Dazu gehört auch, dass sie eigene Erfahrungen und Wünsche, Ambivalenzen und Ängste zur Sprache bringen können.

In erster Linie muss ein Paar miteinander klären, ob und wie sie ihre Beziehung offiziell machen wollen. Das Gespräch mit einem Seelsorger, einer Seelsorgerin kann hilfreich sein und aufzeigen, was (noch nicht) sinnvoll ist.