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Häufige Fragen zur kirchlichen Heirat

(Antworten in kursiver Schrift beziehen sich auf die römisch-katholische Tradition)

 1.     Müssen wir, um kirchlich getraut zu werden, zuvor auf dem Standesamt heiraten?

Ja. Die kirchliche Trauung darf laut schweizerischem Zivilgesetzbuch erst nach der Ziviltrauung stattfinden. Dies gilt für beide Konfessionen.

2.     Mein Partner ist katholisch, wir möchten aber reformiert heiraten – geht das?

Ja. Kirchenrechtliche Voraussetzung für die reformierte Trauung ist, dass die Braut oder der Bräutigam der reformierten Kirche angehören.

Wenn Sie ebenfalls katholisch sind, ist es kirchenrechtlich nicht möglich, reformiert zu heiraten. Wenn zwei Katholiken in der Kirche heiraten wollen, wird keine Formdispens erteilt, um vor einem ref. Seelsorger den Bund der Ehe zu schliessen.

Wenn Sie selbst reformiert sind, ist dies grundsätzlich möglich. Der zuständige Wohnpfarrer des katholischen Partners führt ein Ehegespräch, klärt die Situation ab und wenn die Trauung möglich ist, füllt er die notwendigen Formulare aus.

 3.     Mein Partner ist reformiert, wir möchten aber katholisch heiraten – geht das?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Die reformierte Kirche des Wohnortes kann über die kirchliche Trauung  informiert werden, dann wird die kirchliche Trauung in den reformierten Kirchenbüchern offiziell dokumentiert.

Grundsätzlich ist dies möglich. Der zuständige Wohnpfarrer des katholischen Partners führt ein Ehegespräch, klärt die Situation ab und wenn der kirchlichen Trauung nichts im Wege steht, füllt er die notwendigen Formulare aus.

 4.     Was ist eine ökumenische Trauung?

Ein reformierter Pfarrer oder eine reformierte Pfarrerin gestaltet den Traugottesdienst zusammen mit einer von der katholischen Kirche autorisierten Person.

Genau genommen gibt es keine ökumenischen Trauungen. Was mit diesem Begriff gemeint ist, sind ökumenische Gottesdienste, in denen eine Trauung stattfindet und sowohl der reformierte als auch der katholische Seelsorger mitwirken. Allerdings kann nur entweder der reformierte (nach vorgängiger Formdispens) oder der katholische Seelsorger das Ja-Wort entgegennehmen. Dies entscheidet letztlich darüber, ob es sich dann – ganz genau genommen – um eine „reformierte“ (Segensfeier) oder eine „katholische“ (sakramentale) Trauung handelt.

 5.     Was ist der Unterschied zwischen einer katholischen und einer reformierten Trauung?

Die kirchliche Trauung ist nach reformiertem Verständnis ein Gottesdienst. Die kirchliche Trauung ist nach reformiertem Verständnis kein Sakrament, weil Jesus sie nicht selbst als Zeichenhandlung eingesetzt hat.

Das gegenseitige Ja-Wort bei einer katholischen Trauung ist sakramental, d.h. so verbindlich und unauflöslich wie das Ja Gottes zu uns Menschen und zu diesem Paar.

 6.     Wir wohnen in A., möchten aber in Z. heiraten – dürfen wir den Pfarrer selbst suchen?

Wer nicht am Wohnort heiratet, ist grundsätzlich frei in der Wahl des Pfarrers oder der Pfarrerin für die kirchliche Trauung. Das reformierte Pfarramt des Wohnortes A. ist behilflich bei der Suche nach einer Pfarrperson. Das reformierte Pfarramt in Z. muss angefragt werden, ob die Trauung dort stattfinden kann.

Die zukünftigen Ehepartner melden sich mit ihrem Anliegen immer zuerst beim Pfarramt in A und können dort ihr Anliegen besprechen.

Den Priester oder Diakon, der die Trauung vornehmen soll, kann das Brautpaar in der Regel selbst wählen; ihm kann der Pfarrer in A auch das Ehegespräch delegieren. Ebenso müssen die Ehepartner auch im Pfarramt von Z. anfragen, ob die Trauung dort stattfinden kann.

 7.     Dürfen wir uns in einer Waldlichtung (auf dem Jungfraujoch, hinter einer keltischen Kultstätte etc.) kirchlich trauen lassen?

Die Trauung findet in einer Kirche statt. Die Pfarrerin oder der Pfarrer kann die Trauung auf Anfrage des Brautpaares an einem anderen Ort durchführen. Bei der Wahl eines anderen Ortes ist der Bedeutung und der Würde des Gottesdienstes Rechnung zu tragen.

Die Trauung findet im Normalfall in einer kath. Kirche oder Kapelle statt. Andere Orte wie z.B. im Freien, auf Schiffen usw. sind prinzipiell für eine religiöse Feier nicht angebracht. In begründeten Ausnahmefällen kann mit Hilfe des Pfarrers oder Diakons das Ordinariat um Erlaubnis angefragt werden.

8.     Wie viel kostet eine kirchliche Trauung?

Die reformierten Kirchen stehen für Reformierte an ihrem Wohnort und in ihrem Wohnkanton in der Regel kostenlos zur Verfügung. Die Ortspfarrerin / der Ortspfarrer gestaltet den Traugottesdienst im Rahmen ihrer / seiner Anstellung als Gemeindepfarrerin / Gemeindepfarrer, daraus entstehen für das Brautpaar keine Kosten. Bei einer Trauung, die nicht am Wohnort des Brautpaares stattfindet, werden dem Brautpaar gelegentlich die Kosten für die Benützung der Infrastruktur in Rechnung gestellt. Der Kirchenrat des Kantons Zürich lehnt eine solche Praxis ab.

Wenn Sie in der Pfarrei Ihres Wohnortes heiraten, stehen Ihnen die Kirche, ein Organist, ein Sakristan und der Priester oder Diakon zur Verfügung. Falls Sie auswärts heiraten, kann es sein, dass für die Kirche eine Miete bezahlt werden und der Organist, der Sakristan, ev. auch der Priester oder Diakon entlöhnt werden müssen.

 

  1. 9.     Uns liegt die Bibel nicht sehr am Herzen; dürfen Verwandte oder Freunde im Gottesdienst stattdessen ein literarisches Gedicht oder einen Prosatext vorlesen?

Die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, die Lesung biblischer Texte stellt einen unverzichtbaren Teil desselben dar. Diese jedoch werden in Beziehung gebracht zu den Erfahrungen, Lebensbezügen und Wünschen des Brautpaares. Deshalb ist es möglich, dass sowohl biblische wie auch literarische Texte im Gottesdienst zur Sprache kommen. Im Traugottesdienst können verschiedene Personen beteiligt sein und ihn somit persönlich und unverwechselbar gestalten.

Ein Gedicht oder auch ein passender Prosatext kann in einem Trauungsgottesdienst durchaus seinen Platz haben. Da es sich jedoch bei einer kirchlichen Trauung um eine christliche Feier handelt und der christliche Glauben sein erstes Fundament in der Bibel hat, ist ein Text aus der Heiligen Schrift wesentlicher Bestandteil der Feier. Es kann übrigens sehr spannend sein, gemeinsam als Paar und vielleicht mit dem Priester zusammen einen Bibeltext auszusuchen und sich damit auseinanderzusetzen. Die Bibel ist immer einmal wieder für Überraschungen gut!

 10.  Dürfen im Gottesdienst auch moderne Lieder gesungen werden?

Ja. Musik und Lieder können im Gespräch mit der Pfarrerin / dem Pfarrer selbst ausgesucht werden.

Die Lieder, die im Trauungsgottesdienst gesungen werden, sollen einen Bezug zu dieser besonderen Feier haben und zum Teil der Gottesdienstgemeinschaft bekannt sein, damit sie mitsingen kann. Wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, steht der Wahl von modernen Liedern nichts im Wege.

  1. 11.  Dürfen wir Ringe tauschen?

Ja. Der Ringtausch ist nicht unbedingt notwendig in einer reformierten Trauung, aber ein geschätzter Brauch; maßgebend für die reformierte Trauung ist das Versprechen der Brautleute und der Zuspruch des Segens.

Die Segnung der Ringe und der Ringtausch ist ein Element des katholischen Rituals. Die Ehepartner bekunden dabei: „Trag diesen Ring als Zeichen meiner Liebe und Treue!“ und bekunden damit den unauflöslichen Bund, den sie damit schliessen.

12. Müssen wir bei der kirchlichen Trauung schwören „bis dass der Tod euch scheidet!“?

Zur reformierten Trauung gehört kein Schwur, sondern ein Versprechen. Das Brautpaar bespricht und berät den Inhalt des Versprechens gemeinsam mit der Pfarrerin / dem Pfarrer.

Diese Formel ist im Trauritus nach wie vor als gegenseitiges Versprechen vorgesehen. Es ist aber durchaus möglich und mit dem Pfarrer oder Diakon abzusprechen, eine andere Formulierung zu wählen (z.B.: „alle Tage meines Lebens“ oder „solange ich lebe!“)

13. Darf ein Christ eine Muslimin heiraten?

Ja. Kirchenrechtliche Voraussetzung für die reformierte Trauung ist, dass – in diesem Fall – der Bräutigam der reformierten Kirche angehört.  Die reformierte Trauzeremonie bietet bei einer religionsverschiedenen Eheschliessung die Möglichkeit, einen Vertreter oder eine Vertreterin der anderen Religion an der Trauung zu beteiligen und somit der Achtung vor der anderen Religion Ausdruck zu geben.

Trauungen über die Grenzen des Bekenntnisses und sogar der Religion hinaus sind mit einer besonderen Erlaubnis möglich. Eine Ehe mit einem nichtkatholischen, getauften Christen kann der zuständige Pfarrer erlauben (Dispens für Konfessionsverschiedenheit). Für die Erlaubnis zur Ehe mit einem Nichtgetauften ist das Ordinariat zuständig (Dispens für Religionsverschiedenheit).

14. Meine Partnerin ist zur Kirche ausgetreten und ich bin katholisch, wir möchten uns dennoch von einer reformierten Pfarrerin trauen lassen. Ist das möglich?

Nein. Formale Voraussetzung für die reformierte Trauung ist, dass die Braut oder der Bräutigam der reformierten Kirche angehören. Dies schliesst aber nicht aus, dass eine Pfarrperson aus seelsorglichen Gründen gleichwohl die Trauung vornimmt. Ob seelsorgliche Gründe vorliegen, entscheidet allein die Pfarrerin, der Pfarrer. Allerdings muss das Brautpaar in einem solchen Fall selbst eine Pfarrperson für die Trauung finden. Die Trauung wäre dann eine reformierte Trauung, wobei ein Dispens der katholischen Kirche vorliegen müsste, damit sie von dieser anerkannt wird.

In diesem Fall ist allein der katholische Partner massgeblich. Daher ist es nicht möglich, dass allein ein/e reformierte/r Pfarrer/in die Trauung leitet. Weiteres ist mit dem katholischen Pfarrer oder Diakon vor Ort abzuklären.

15. Was macht die Kirche, wenn wir als Geschiedene heiraten wollen? Ich bin geschieden und mein Partner ist verwitwet – dürfen wir dennoch kirchlich heiraten?

Ja. Kirchenrechtliche Voraussetzung für die reformierte Trauung ist, dass die Braut oder der Bräutigam der reformierten Kirche angehören.

Bei Geschiedenen sind katholischerseits Abklärungen nötig, um festzustellen, ob eine kirchliche Heirat möglich ist. Ist eine Ehe gescheitert, so ist es unter Umständen angebracht, sie durch ein kirchliches Gericht prüfen zu lassen. Sollte sich herausstellen, dass sie von Anfang an mit schweren Mängeln behaftet war, kann sie durch ein kirchliches Gericht für ungültig (nichtig) erklärt werden. Dabei wird also nicht ein bestehendes Eheband geschieden und gelöst, sondern lediglich festgestellt, dass ein Eheband gar nie zustande gekommen ist. Wenn die frühere Ehe sich als nichtig erwiesen hat, ist auch für Geschiedene eine kirchliche Trauung möglich. Wenn die Ehe allerdings gültig war, ist eine kirchliche Trauung nicht möglich.

16. Warum eigentlich muss man kirchlich heiraten?! Es reicht doch, wenn man sich liebt!

Die Eheschliessung ist ein Grund zum Feiern. Die kirchliche Trauung gibt dem Glück und der Freude des Brautpaares im Rahmen eines Gottesdienstes öffentlich Raum. Der Pfarrer / die Pfarrerin spricht dem Ehepaar den Segen Gottes zu im Vertrauen auf Gott, der das Ehepaar begleitet in guten und in schwierigen Zeiten.

Niemand muss in der Kirche heiraten. Im Gegenteil – die kirchliche Heirat muss eine freie Entscheidung sein! Es reicht, wenn man sich liebt. Allerdings wissen wir alle aus Erfahrung, dass sich eine Liebesbeziehung im Laufe der Zeit auch verändert. Sich zu lieben bedeutet nicht, dass ab sofort das Leben nur noch aus Glück besteht; sich zu lieben bedeutet auch, dass möglicherweise viel Schmerzliches ertragen werden muss. Gerade auch in solchen Situationen kann es hilfreich sein, sich als Paar von einer Gemeinschaft getragen zu wissen. Eine andere Motivation besteht darin, das Geschenk dieser einmaligen Beziehung vor Gott, der Quelle aller Liebe zu bekräftigen und ihn zum Dritten im Bunde zu machen. Es ist sinnvoll, dieses Zeichen zu setzen und den Bund des Lebens dem Segen Gottes anzuvertrauen.

17. Müssen wir Kinder wollen, um kirchlich heiraten zu dürfen?

Nein.

Die grundsätzliche Bereitschaft ist eine der Voraussetzungen für eine gültige Eheschliessung. Im Trauritus wird gefragt: „Sind Sie beide bereit, die Kinder anzunehmen, die Gott Ihnen schenken will, und sie im Geist Christi und seiner Kirche zu erziehen?“ Wird dies kategorisch abgelehnt, ist eine katholische Eheschliessung gar nicht möglich.

18. Was ist der Unterschied zwischen einer Pfarrerin / einem Priester und einem «Ritualberater» / einer «Ritualberaterin»?

Die Pfarrerin / der Pfarrer ist eine ordinierte Amtsperson, die im Gehorsam gegenüber Jesus Christus und gebunden durch das Ordinationsgelübde in der Wortverkündigung frei ist. Ihre Aus- und Weiterbildung entspricht akademischen und landeskirchlichen Standards. «Ritualberater» / «Ritualberaterin» ist keine geschützte Berufsbezeichnung.  «Ritualberater» sind freischaffend, eine angemessene Aus- und Weiterbildung kann nicht zwingend vorausgesetzt werden. «Ritualberater» / «Ritualberaterinnen» werden von den reformierten Landeskirchen nicht anerkannt.

Ein Priester ist ein Amtsträger der Katholischen Kirche; er handelt – auch bei einer Trauung – in Übereinstimmung mit einer weltweiten Gemeinschaft und  jahrhundertealten Tradition; sein Handeln ist aufgrund seines kirchlichen Auftrags verbindlich. Ein Ritualberater ist freischaffend ohne Rückbindung an eine kirchliche Gemeinschaft, ihr weder verpflichtet noch von ihr anerkannt, auch wenn er christliche Symbole verwendet.

19. Müssen wir uns vor der Hochzeit einer Gewissensprüfung unterziehen?

Nein. Es ist jedoch sinnvoll und hilfreich, wenn sich die Brautleute vor der Hochzeit über Themen der Partnerschaft (Treue, Freiheit, Kinder etc.) unterhalten und verständigen.

Ein Ehevorbereitungskurs ist in einigen Ländern Voraussetzung für eine kirchliche Trauung. Die Trauung ist ein Sakrament, ein heiliges Zeichen. Wenn dieses bewusst gefeiert werden soll, muss man es auch verstehen. Daher ist eine Vorbereitung darauf wichtig. Damit wirklich eine freie Entscheidung für die Ehe möglich ist, soll das Paar dabei auch „sein Gewissen prüfen“, d. h. es soll sich ganz ernsthaft fragen, ob es wirklich heiraten will und was dies für sie bedeutet.

20. Gibt es auch für gleichgeschlechtliche Paare Gottesdienste?

Ja. Die reformierte Kirche bietet gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit an, die Partnerschaft in einem Gottesdienst segnen zu lassen. Dies ist jedoch keine kirchliche Trauung im eigentlichen Sinn, da die zivilrechtliche Trauung Voraussetzung für die kirchliche Trauung ist.

Die kirchliche Trauung ist als Sakrament nur für die Lebensgemeinschaft von Mann und Frau vorgesehen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, einzelnen Personen einen Segen zuzusprechen im Vertrauen auf Gott, der jeden Menschen so annimmt wie er ist.

21. Ich kann mit der Kirche nicht viel anfangen, meiner Partnerin aber liegt der Glaube und so am Herzen. Was sollen wir tun?

Miteinander reden. In der kirchlichen Trauung bitten die Brautleute zusammen mit Angehörigen und Freunden um den Segen Gottes. Dazu gehört auch, dass sie eigene Erfahrungen und Wünsche, Ambivalenzen und Ängste zur Sprache bringen können.

In erster Linie muss ein Paar miteinander klären, ob und wie sie ihre Beziehung offiziell machen wollen. Das Gespräch mit einem Seelsorger, einer Seelsorgerin kann hilfreich sein und aufzeigen, was (noch nicht) sinnvoll ist.

 

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